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Osterode

Stand: 25. 10. 2002

Osterode 2002: Eröffnung

ERÖFFNUNG
Samstag 24. August 2002

Vor der offiziellen Eröffnung der Ausstellung stand zunächst noch ein Pressetermin: Gruppenfoto mit allen anwesenden Künstlern auf dem Rasenvorplatz unterhalb der Installation von Edgar Linner.

Schließlich hatte B.J. Antony alle aufgetrieben und tauchte selbst auf. Doch alles guckt: "Da kommt doch noch jemand!" Petra Bordfeld als Pressevertreterin bekam eine Ahnung davon, was es heißt, solch ein Truppe von kreativen Individualisten unter einem Dach zu vereinen.

Was so einfach klingt und "mal eben schnell" erledigt werden sollte, gestaltete sich allerdings etwas schwierig. "Alle Künstler? - Ja wo bleiben sie denn...?!"

ENDLICH (!) alle beisammen (wenn man davon absieht, dass Roger Trash fehlt, aber einer muss ja immer...)
Von links stehend: Inge Scholz-Stephan, hansartig, Charlotte Forster, Barbara Roepke, Gitta Witzke, Reinhard Geßler, Detlef Hänsel, Edgar Linner, Hans-Gerd Doneck, Christine Geweke, Hugo Seegatz, Brigitte Schmitz, Heidrun Bassey (Vertreterin der KVHS), Petra Bockel, Ekkehard Stoevesand, Gerlinde Menzel (Vertreterin des Landkreises Osterode). Von links in der Hocke: Claudia Zinserling, Dora Michel, B.J. Antony, Gennadij Gorbatyi.

Als stellvertretende Direktorin und Organisatorin der Veranstaltung seitens der KVHS bgrüßte Heidrun Bassey zunächst die Gäste und die Künstler herzlich zu diesem Eröffnungsabend mit seinem vielfältigen Programm und der bemerkenswerten Bildergalerie. Ihr besonderer Dank galt dem enormen Einsatz der Künstler, denen es gelungen war, innerhalb kürzester Zeit eine rundum gelungene und sehenswerte Ausstellung auf zu bauen. Besondere Erwähnung und ihre dankbare Anerkennung fand auch die Aktion von Hans-Gerd Doneck, der 369 Blätter seiner "Drip-Art" für eine Spende nach eigenen Ermessen zur Verfügung stellte, um den gesamten Erlös an die Kindernothilfe zu geben.

Anschließend sprach die stellvertretende Landrätin, Gerlinde Menzel, als Vertreterin des Landkreises Osterode am Harz und des Schirmherrn, Landrat Bernhard Reuter. Sie lobte die Intitiative, solch ein Kulturangebot in den ländlichen Raum zu bringen. Schließlich sei Kunst ein Bestandteil unseres Lebens. Gerade die KVHS böte eine hervorragende Plattform, ein derartiges Kunst- und Kulturfestival an die Menschen im Landkreis Osterode heran zu tragen.

Als Gründer und - wie verschiedene Künstler immer so schön sagen - Häuptling der der Künstlergruppe hieß B.J. Antony zunächst alle Anwesenden auch im Namen der Künstler von PARADOX herzlich willkommen.

Er umriß kurz die Intentionen und Projekte von PARADOX, ehe er die einzelnen Künstler persönlich vorstellte, von denen jeder mit anerkennendem Applaus aufgenommen wurde. (Im folgenden Bild von links nach rechts: Gitta Witzke, Ekkehard Stoevesand, Detlef Hänsel, Barbara Röpke, Edgar Linner, Charlotte Forster, Christine Geweke, Inge Scholz-Stephan und Hugo Seegatz). 

Ausdrücklich dankte Antony auch den Sponsoren und Förderen namentlich für die Unterstützung des Projekts, ehe er allen Besuchern riet, die Gelegenheit wahr zu nehmen, dass soviele Künstler anwesend seien und mit ihnen ausführlich über ihre Werke zu reden. Nachdem er die Ausstellung für eröffnet erklärt hatte, war es ihm eine Freude, den ersten Auftritt an zu sagen:

DORA MICHEL
UND
CLAUDIA ZINSERLING

Mit ihren selbst arrangierten Stücken aus Blues, Gospel und Popballaden zogen sie das Publikum von Anfang an in ihren Bann. Die voluminöse und ausdrucksstarke Stimme von Dora Michel in Begleitung des virtuosen Klavierspiels ihrer Partnerin Claudia Zinserling löste spontane Begeisterung aus. Musikgenuss pur - und in ihrer natürlichen, charmanten Art als Entertainerin riss Dora Michel ihre Zuhörer sofort mit.

REINHARD GEßLER
als
GEßLER von der GOSE

ging mit Frack und Zylinder passender Weise in die Bütt: als Wortakrobat war er ganz harmlos angekündigt, einer, der dreißig Mal das gleiche Wort in einem Satz von wenigen Zeilen unterbringt. Doch seine originellen und verschachtelten Sätze und Ideen trafen nicht nur ins Hirn, sondern auch mitten ins Zwerchfell. Das Forum brodelte vor Lachen, während er trocken und ungerührt seine skurillen Einfälle geradezu ins Publikum schoss. Man muss seinen Vortrag leibhaftig erleben, um das nach vollziehen zu können, aber trotzdem an dieser Stelle eine kleine Kostprobe:

"Luft-igeß
Als das Luftschiff bei der Luftschau endlich in der Luft war, stürmte der luftkranke Luftpirat mit vorgehaltener Luftpistole durch die Luft schiffgondel zum Luftschiffkapitän und drohte, die Luft aus den Luftkammern des Luftschiffes zu lassen und das ganze Luftschiff dann in die Luft zu sprengen, worauf der Luftschiffkapitän, dem zunächst die Luft weg blieb, tief Luft holte und den Luftpiraten mit seiner Luftpistole wie Luft behandelte, ja, ihm sogar androhte, ihn in luft iger Höhe an die Luft zu setzen, was den Luftpiraten bewog, die Luftpistole fallen zu lassen und sich quasi in Luft aufzulösen, so dass die Luftwaffe, welche die Luft hoheit über dem Luftraum hatte, in dem sich das Luftschiff mit dem Luftpiraten befand, den Luftzwischenfall gar nicht bemerkte."

Die anschließende Pause war als Gelegenheit für die Besucher gedacht, sich die Kunstwerke im Forum an zu schauen und mit den Künstler darüber zu reden, was auch ausgiebig getan wurde.

ROGER TRASH

"Abenteuer aus den Nothaltebuchten des Lebens - Lesung von Geschichten. Gedichte zur Elektrogitarre. Sketche." - so lapidar kündigt er seinen Auftritt an. Der Kneipenpoet und Lebenskünstler Roger Trash zieht das Publikum mit charismatischer Stimme in seine abenteuerlichen Abenteuer, in denen sich Wahrheit und Fiktion derartig gekonnt vermischen, dass die pure Realität enststeht. Paradox? Und wie! Sein aktuelles Buch "Der Erlebnismillionär" trifft mit seinem Titel ohne Umschweife und in jedem Sinne auf ihn zu. Mit einer gesunden Portion Selbstironie karikiert er das normal wahnsinnige Leben, sein oft sarkastischer Humor führt zu Berg- und Talfahrten der Gefühle - zwischen Selbsterkenntnis und Mitgefühl, Lachen und Weinen.

Danach kam Geßler von der Gose zu seinem zweiten Intermezzo auf die Bühne. Statt vieler Worte noch eine Kostprobe? Na gut:

"Das Ge-bein
Arme haben Bein e, aber nicht nur die Armen haben Beine, sondern beinahe alle Menschen sind Beininhaber, denn die Beine verbinden den Rumpf mit den Füßen und helfen dadurch enorm bein Stehen, Gehen, Laufen, Springen und Klettern, weswegen der Gebeinbausatz "Mensch" neben zwei Füßen auch zwei Beine beinhaltet, so dass er auch Zweibein er heißt, obwohl es bei der einen Hälfte der Gebeinbausätze beinahe so aussieht, als wenn zwischen dem linken Bein, dem hier mal als Spielbein definierten Bein, und dem rechten Bein, demzufolge als Standbein zu bezeichnenden Bein, noch ein kleines, beinahe unscheinbares Beinchen angebracht ist, welches bei dem Versuch, bein ahe so groß wie die beiden anderen Beine zu werden, kläglich scheitern muss, weil der Gebeinbausatz erstens nur zwei Füße beinhaltet und zweitens dieses Beinchen, wenngleich es bisweilen beinhart wird, sich in die falsche Richtung reckt, was seiner Beliebtheit bei der rein zweibeinigen Ausführung des Gebeinsatzes jedoch beinahe nie schadet."
Na denn! Nochmal von vorn - - - ?

Die gesamte Moderation an diesem Abend wurde von B.J. Antony gemacht, und nach Rücksprache mit den Künstlern fand er nun Zeit, dem Publikum eine Idee vorzustellen, die auf Initiative von Hans-Gerd Doneck gerade erst entstanden war: verschiedene Künstler spenden Werke für eine Verlosung, die zur Abschlussveranstaltung von PARADOX in der KVHS am 7. September geplant wird. Der gesamte Erlös aus dem Verkauf der Lose geht den Opfern und Geschädigten aus der Flutkatastrophe in Deutschland zu, die in diesen Tagen Hilfe in jeder Form benötigen.

DORA MICHEL & CLAUDIA ZINSERLING stiegen danach nochmals mit ihren gefühlvollen Liedern ein und brachten das Publikum nicht nur zu einer swingenden Einheit, sondern auch zu begeisterten "Zugabe!!!" Rufen, als sie die Bühne verlassen wollten. Natürlich legten sie noch drauf, aber auch die schönste Sache geht einmal zu Ende.... und dann kam

SHARIFA

und verzauberte das Publikum im Nu: Rhythmus, Anmut, Dynamik, Seele, Esprit, Ausstrahlung, Sinnlichkeit des orientalischen Tanzes bringt die Künstlerin mit einer Leichtigkeit, die einen vergessen macht, mit wie viel trainierter Körper- und Muskelbeherrschung diese scheinbare Leichtigkeit verbunden ist. Fasziniert ließen sich die Zuschauer für die Dauer ihres Auftritts in die Illusion einer märchenhaften Welt entführen...

... bis B.J. Antony sie mit seinem Schlusswort auf den Boden des Forums zurück brachte. Zum Ende der Bühnenshow dankte er namentlich allen beteiligten Künstlern, die nochmals mit verdientem und reichlich Applaus bedacht wurden.

War´s das?!? NOCH LANGE NICHT!!!
Denn jetzt hieß es "Open End": feiern, reden und zusammen sein mit den Künstlern von PARADOX bis... ja... bis... bis keiner mehr da war und der letzte das Licht ausmachte... !

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